Wahre Wohltat

Von Barbara Manterfeld-Wormit

Man sieht es den Bildnissen ­seiner Zeit an: Melanchthon war ein Gelehrter durch und durch. Hochgebildet, fleißig, dabei asketisch und weltfremd. Einer, den man sich – anders als seinen Freund und Weggefährten Martin Luther – nicht gut mit einem derben Spruch auf den Lippen und dem Bierkrug in der Hand vorstellen kann. Ein Schreibtischhocker, der sich mit Frauen schwer tat, bis er am Ende nur durch hartnäckiges Zureden doch noch heiratete. Bleich und schmal und spitz auf den Bildern eines Lucas Cranach, ein „Nerd“, ein Sonderling – würde man heute wohl sagen.

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