Und bin nicht bang

Von  Alexander Höner

Eine Diakonisse fragte mich neulich, wie ich das meinte, dass die Kindertaufe ein Übergangsritual vom Nichtsein ins Leben sei. „Was soll das sein: Nichtsein?“ Sie hat Recht.

Ich war mit meinen Worten unvorsichtig. Bevor wir auf die Welt kommen, sind wir schon. Wir sind im Atem Gottes, bevor er uns ausspricht. Das weiß auch die zweite Strophe des Wochenliedes: „Sprach schon vor Nacht und Tag, / vor meinem Nein und Ja. / Stimme, die alles trägt: / Hab keine Angst, ich bin da.“ Und sei es auch ein Selbstgespräch Gottes und wir ein Teil von ihm. Auch die vierte Strophe ist ­außergewöhnlich: „Wird es dann wieder leer, / teilen die Leere wir. / Seh’ dich nicht, hör nichts mehr –/ und bin nicht bang: Du bist hier.“

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