Selbst gemacht

Von Sibylle Sterzik

Wer etwas gemacht hat, scheint immer ganz wichtig zu sein. Die Kleinen zeigen stolz den gebauten Turm her, wollen ihr großartiges Bauwerk jemandem zeigen und gesehen werden. Die Großen arbeiten bis zum Umfallen, um wen zu beeindrucken, schreiben dicke Bücher und versäumen keine Gelegenheit, zu zeigen: Seht her, was ich schon selbst gemacht habe. Natürlich nicht in der Kirche, da redet man ja nicht über die eigenen Erfolge, man streut lieber dezent kleine Glitzerstreifen ein ins Gespräch, macht verschämt auf sich aufmerksam oder – lässt reden und setzt eine bescheidene Miene auf. So sind wir Menschen eben, wie die Kleinen gesehen zu werden, tut gut und macht auch ein wenig verführbar.

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