Rosenbrot

Wolf Krötke zum neuen Wochenlied

Verwandlung ist das Thema dieses Liedes: Verwandlung von Brot in ­Rosen, von Worten in Töne, von Not in Freude, von Schenken in ­Beschenkt werden, von Schmerz in Hoffnung, von Tod in Leben.

Der Anlass für den Erfurter ­katholischen Dozenten Claus Peter März, dieses Lied zu schaffen, war der 750. Todestag der Elisabeth von Thüringen im Jahre 1981. Eine Legende erzählt ein besonderes Wunder, das ihr widerfuhr. Obwohl ihr Mann, der Landgraf von Thüringen, es ihr verboten hatte, kümmerte sie sich um Kranke und versorgte Hungrige. Eines Tages ertappte er sie dabei, wie sie Brot aus der Wartburg schmuggelte. Er befahl ihr, den Brotkorb zu öffnen. Sie tat es. Doch da waren nur lauter Rosen drin.

Rosen sind die Blumen der Liebe. Sie erfreuen mit ihrer Schönheit. Sie erquicken mit ihrem Duft. Es war nicht bloß ein Nahrungsmittel, das Elisabeth in ihrem Brotkorb hatte, sagt uns dieses „Wunder“. Die Liebe hat es in eine Gabe verwandelt, die Menschen dessen versichert, wie sehr sie geliebt und geschätzt sind.

Überall, wo solche Liebe am Werke ist, entstehen Räume, in ­denen Menschen, die von Not, Schmerz, Leid und Tod gequält sind, aufatmen können. Gott hat da „schon sein Haus gebaut“, nimmt unser Lied das biblische Wort vom „Wohnen“ Gottes unter uns, der in Christus die Liebe ist, auf (vergleiche Johannes 1,14 mit 1. Johannes 4,16).

Ein bisschen zu überschwänglich ist sogar davon die Rede, dass wir in der Liebe, zu der Gott Menschen ­be­fähigt, schon Gottes „Angesicht“ schauen können. Dass wir im Glauben und nicht im Schauen leben (vergleiche 2. Korinther 5,7), sollten wir nicht vergessen, wenn wir dieses Lied mit seiner eingängigen Melodie singen.

Aber dass Gottes Liebe, „die alles umfängt“, das einzige Wunder ist, auf das wir uns wirklich verlassen können, bleibt dennoch wahr.

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