Lebendigkeit ­zurückschenken

Von Martin Herche, ­Generalsuperintendent im Ruhestand in Görlitz.

Sommersonnenvormittag. Die Initiativgruppe „Blühendes Ländchen“ trifft sich zum Erfahrungsaustausch in einer Gärtnerei. Zunächst ein Gang zu den Beeten. Die sind mit ­ihren farbenprächtigen Blüten, munteren Schmetterlingen und summenden Wildbienen ein Glück für die Sinne. Die Freude ist groß, das Fachsimpeln anregend. Dann folgt die Einladung zum Erdfest. Schade, wir können nicht bleiben. So mache ich mich im Internet kundig. 2019 gibt es zum zweiten Mal die bundesweite Initiative „Erdfest“. Motto: „Dem Lebendigen ­Lebendigkeit ­zurückschenken – bewusst sein. Eine Antwort geben auf den Zustand der Welt“. In diesem Jahr beteiligen sich schon mehr als 150 Gruppen.

„Die Erde ist des Herrn“, dichtete Jochen Riess für den Düsseldorfer Kirchentag 1985, dessen Motto aus Psalm 24 aufnehmend. Michail Gorbatschow war ­gerade Generalsekretär der KPdSU ­geworden. Richard von Weizsäcker hielt seine große Rede zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs und sprach sich gegen Gewaltherrschaft jeglicher Art aus.

Drum sei zum Dienst bereit! ­Gebrauche deine Kraft! Geh auf den andern zu! Leg deine Rüstung ab!, erschallte es beim Kirchentag 1985. Und: Verlier nicht die Geduld! Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke.

Wir können es 2019 immer noch singen. Und wir können es in die Erdfeste unserer Zeit einbringen: Die Erde ist des Herrn. Der in Jesus Christ ein Mensch geworden ist, bleibt unsere Stärke. So rühmen wir den, der in biblischer Zeit schon ehrfurchtsvoll für seine Erde gepriesen wurde.

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