In das Leben übersetzen

Von Viola Kennert

Der Mythos vom einsamen Martin Luther, der sich über die hebräisch und griechisch geschriebene heilige Schrift beugt, ist nur langsam der Erkenntnis gewachsen, dass dieses wunderbare Werk der Bibelübersetzung eine echte Teamarbeit war. Mehr noch: Martin Luther setzt auf „empowerment“, Befähigung: Jede Stadt, jede Gemeinde mache sich an die schöne anstrengende Arbeit, um die Botschaft der heiligen Schriften in und für das Leben zu übersetzen! Der Weg von Worten und Wörtern von einer Sprache in eine andere geht nicht ohne Verluste und Hinzufügungen aus. Übersetzungsarbeit ist Alltagsarbeit der Theologie und in der Gemeinde: Verlorenes hervorbringen oder Hinzugekommenes weglassen. Das Wort Gottes birgt sich in den heiligen Schriften – es erklingt und entfaltet seine Kraft in der Sprache, die Menschen verstehen. Die heilige Mitte ist der Gottesname – unfassbar, heilig – vielfältig übersetzbar.

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