Freude suchen

Von Angelika Obert

„Vom Aufgang der Sonne ...“ Viele hören da den Kanon mit, der von der Konfifahrt bis zur Seniorenreise lustvoll gesungen wird. Aber wer denkt schon über den Text nach? Was könnte das heißen: von morgens bis abends lobend auf Gottes Dasein ausgerichtet zu sein? Komme ich nicht schwer aus dem Bett? Fällt mir nicht schon unter der Dusche ein, was heute ansteht, wovor ich mich graule, was alles nicht nach Wunsch läuft? Und wenn ich abends ins Bett gehe, habe ich vielleicht gerade erst den Fernseher ausgemacht und mich über einen Politiker geärgert.

Eingesponnen in Pflichten, Sorgen, Befürchtungen bleibt nicht viel Raum für die Freude über „des ­großen Gottes großes Tun“, die mich ermuntern könnte, „was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen“ zu lassen.

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