Das besondere Privileg

Von Jens Blanck

Am frühen Morgen vor der ersten Stunde Religionsunterricht: Schülerinnen und Schüler kommen müde in den Raum und einige legen ihren Kopf auf den Tisch. Ich frage, ob sie denn an diesem Morgen schon fünf Mal vor Freude in die Höhe gesprungen sind. Dann heben sie fragende die Köpfe: „Wieso das denn?“

Ich sage: „Zum Beispiel, weil ihr gesund seid, weil ihr was zu essen und zu trinken habt, weil ihr Menschen um euch habt, die euch lieben, weil ihr zur Schule gehen könnt.“ Ups, dann kommt der erste Einwand: „Schule? Nee! Und die anderen ­Sachen sind doch Selbstverständlichkeiten.“ – „Was, Gesundheit eine Selbstverständlichkeit? Wohl lange nicht krank gewesen? Und gerade das Erntedankfest macht uns doch jedes Jahr deutlich, dass unsere Lebensmittel nicht selbstverständlich sind.“

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