Apostel mit feinem Gespür

Von Wolf Krötke

Für uns Christinnen und Christen heute ist das sicherlich eine schwierige „Ansage“, die dieser Psalmvers uns macht. Wir sollen uns rühmen. Gemeint ist: Wir ­sollen uns dessen rühmen, was wir Gott verdanken. Das aber sollen wir so machen, dass es bei Menschen, welche Luthers Über­setzung „Elende“ nennt, Freude auslöst.

Welche „Elenden“ unser Psalm vor Augen hatte, weiß niemand ­genau. Andere Bibelübersetzungen reden von „Armen“, „Gebeugten“ oder „Entmutigten“. Es sind jedenfalls Menschen, denen ihr Elend die Freude an ihrem Leben erstickt hat. Doch ist das lautstarke „Rühmen“ des Gottes, das ihnen zu Ohren dringt, angesichts ihres Elends die richtige Tonart?

Wolf Krötke ist Professor für ­Systematische Theologie und Mitherausgeber von „die Kirche“. 
Foto: privat

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