Verbündete

Predigttext am 10. Sonntag nach Trinitatis: 2. Mose 19,1–6

1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, an diesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai. 2 Sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai, und Israel lagerte sich dort in der Wüste gegen­über dem Berge. 3 Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der Herr rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: 4 Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir ­gebracht. 5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein ­heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.

 


Foto: Dietmar Silber

Von Sibylle Sterzik

Das Volk Israel bleibt Gottes erwähltes Volk. Die Synoden aller Landeskirchen haben sich inzwischen dazu bekannt. Aber – Hand aufs Herz – denken wir Christen nicht doch insgeheim: Wir sind erwählt!?

Erwählung ist zuerst eine Verpflichtung. Gott schließt mit den Kindern Israels einen Bund. Wo­rum geht es dabei? Nicht um Privilegien, materielle Vorteile oder Macht. Davon steht nichts in dieser biblischen Bundesurkunde.
Es geht allein um das innige Miteinander von Israel und Gott, um eine ganz besondere Beziehung, zwei Verbündete für einen guten Zweck. Oder eher viele. Und es geht um eine Verpflichtung, die daraus folgt.

Was bedeutet es für Israel, auserwählt zu sein? Die Zusage, Gottes innige Liebe zu besitzen, wenn es auf seine Stimme hört und seinem Bund treu bleibt. Gottes Gebote mit Leben zu erfüllen, das ist Israels Lohn. Sein Reich wachsen zu lassen. Gelingt das, liegt in der Verpflichtung zugleich die Erfüllung.

Gott verknüpft seine Eigentumserklärung mit einem Anspruch an Israel: mit jeder Faser seines Lebens sein Eigentum zu sein. Alles Wollen und Israels ganzes Sein gehört Gott. Nur ihm und keiner anderen Macht beugt es sich.

Ausgabe kaufen und weiterlesen

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben