Tanz am Sommerabend

Predigttext am 18. Sonntag nach Trinitatis: Römer 14,17–19

17 Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. 18 Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. 19 Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

 

 

 

 

 

Von Ellen Radtke

Ein Abend bei Freunden an einem heißen Spätsommertag. Am Tisch sitzen die, mit denen ich gerne lache, aber auch die, mit der ich gestern gestritten habe. Denn sie hat gelogen. Ich mag Lügen nicht, besonders nicht, wenn ich es bin, die belogen wird. Es ist warm und wir alle bleiben höflich. Es ist nett, dort am Tisch und ich kann sie ja ­ignorieren, die eine da, die ich nicht mehr mag. Ich frage nach rechts hin,  ob ich die Schüssel mit Salat haben kann und lache einfach ein bisschen weniger, wenn sich das Gespräch eher um jene dreht, die auf meiner linken Seite sitzen. Es ist ja sonst ganz nett dort, im Garten, wo wir uns mit Fächern die Luft zuwedeln. Und weil es ja nett ist, wird es später, wie das so ist an einem Abend bei Freunden. Wir lachen ja und trinken auf unser Wohl und genießen, was andere für uns gekocht haben. Und es ist schon spät, als von irgendwo ein leichter Wind aufkommt und wir alle durchatmen an diesem heißen Tag. Meine Freunde legen neue Musik auf und die Stimmung hebt sich. Die ersten beiden beginnen zu tanzen, stolpern ein wenig über den Rasen, es ist kein ebener Boden. Barfuß geht es leichter. Und die beiden beginnen, sich in die Musik zu legen, während der Wind die Luft zum Atmen bringt.

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