Paulus zornt Petrus

Predigttext am 11. Sonntag nach Trinitatis: Galater 2, 16–21

Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an
Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben
an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch des Gesetzes Werke wird kein Mensch gerecht.
Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, sogar selbst als Sünder befunden werden – ist dann
Christus ein Diener der Sünde? Das sei ferne! Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, dann
mache ich mich selbst zu einem Übertreter. Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe.
Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im
Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.
Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich
gestorben.

 

Von Andrea Gorys

Lieber Paulus, du Apostel durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten: Gnade sei mit dir und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Paulus, du bist zornig auf Petrus. Öffentlich, vor aller Augen und Ohren, klagst du ihn der Heuchelei und des Verrats an. Zu Recht!        

Du betonst in deinem Brief, dass das Evangelium Jakobus, Petrus und Johannes gegeben wurde, um es unter den Beschnittenen zu predigen, dir und Barnabas, damit ihr zu den Unbeschnittenen, den Heiden, geht und es dort verkündigt. Und was passiert? Petrus, der ein Jude ist, lebt, trinkt und isst in Antiochia gemeinsam mit den Heiden, zwingt diese aber wiederum, jüdisch zu leben. Sie sollen sich beschneiden lassen, sie sollen den Sabbat und die Speisevorschriften halten, damit alle, die an Christus glauben, gemeinsam an einem Tisch sitzen können.        

Es ist gut, Paulus, dass du einen jeden von uns, die Galater damals und uns heute, ermahnst und uns ins Gedächtnis rufst, dass wir nicht durch Rituale und Äußerlichkeiten, sondern allein durch den Glauben an Jesus Christus gerecht werden.            

Zu deiner Zeit, Paulus, musstest du dafür streiten, dass alle, ob nun Juden oder Nicht-Juden, alle, die an Jesus Christus glaubten, auch erkannten, dass sie nicht durch Werke des Gesetzes gerecht würden. Du hast gesehen, dass bestimmte Rituale die Einbindung von Nicht- Juden in das Gottesvolk erschwerte. Und deshalb betonst du, dass allein der Glaube an Jesus Christus zur Gerechtsprechung führt.  

Ausgabe kaufen und weiterlesen

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben