Mind the gap

Predigttext am 20. Sonntag nach Trinitatis: 1. Korinther 7,29–31

Das sage ich aber, liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Auch sollen die, die Frauen haben, sein, als hätten sie keine; und die ­weinen, als weinten sie nicht; und die sich freuen, als freuten sie sich nicht; und die kaufen, als behielten sie es nicht; und die diese Welt gebrauchen, als brauchten sie sie nicht. Denn das Wesen dieser Welt vergeht.

 

Von Friedrich Detlef Plasan

„Die Tage dieser Welt sind gezählt.“ Das schrieb der Apostel Paulus vor bald 2000 Jahren. Wenn die Welt kurz vor ihrem Untergang steht, dann soll man sich nicht mehr wirklich mit ihr befassen.

In christlichen Sektenkreisen war und ist solches Denken stark verbreitet. Man sehnt sich dort ­geradezu nach dem Ende und sucht Zeichen dafür in der Welt- und ­Naturgeschichte.

Der Blick auf das nahe Ende der Welt hat oft große Kräfte freigesetzt. Vor 500 Jahren glaubte Martin ­Luther, dass der Endkampf mit dem Antichristen kurz bevorsteht.

Im Matthäusevangelium sagt Jesus zwar: „Das Ende ist nahe … diese Generation wird nicht sterben, bevor das alles geschieht“ (Matthäus 24,33–34 Basisbibel). Andererseits sagt er im selben Kapitel: „An welchem Tag und zu welcher Stunde das sein wird, weiß niemand, … ganz ­allein der Vater“ (Matthäus 24,36 Basisbibel).

Ausgabe kaufen und weiterlesen

 

Zurück

Einen Kommentar schreiben