Heilendes Bild

Predigttext am Sonntag Judika: 4. Mose 21,4–9

4 Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege 5 und redete wider Gott und wider Mose: Warum habt ihr uns aus Ägypten geführt, dass wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise. 6 Da sandte der Herr feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, dass viele aus Israel starben. 7 Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, dass wir wider den Herrn und wider dich geredet haben. Bitte den Herrn, dass er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk.
8 Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll ­leben. 9 Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

 

Von Sibylle Sterzik

Nörgeln ist beliebt. Wenn das Wetter nicht stimmt, lügt der Wetterbericht. Gehen die Kirchenmitgliedszahlen zurück, liegt das an den Predigten von Gottes Bodenpersonal. Kommen Flüchtlinge ins Land, ist Angela Merkel schuld. Die Israeliten mäkeln übers Essen und das Duo „Gott & Mose“ hat als Caterer versagt.

Schuldige sind leicht ausgemacht. Schimpfen erleichtert, Dampf ablassen entspannt. Nur erreicht ist damit noch gar nichts. Hinschmeißen und jammern, aufstampfen und trotzen kennt (fast) jeder aus Kindertagen. Meist kam gleich die Retourkutsche von Eltern oder Großeltern nach. In der Bibel auch. Gottvater, gar nicht fein, schickt nicht etwa Nachschub aus der himmlischen Kantine wegen der Beschwerden über mageres Menü. Feurige Schlangen fauchen auf sein Geheiß herum und beißen jeden, den sie zu packen kriegen.

Auch Gott setzt seine Grenzen ... 

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