Ein Traum für die Gemeinde

Predigttext am 5. Sonntag vor der Passionszeit: 1. Korinther 1,4–9

Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus, dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in allem Wort und in aller Erkenntnis. Denn die Predigt von Christus ist unter euch kräftig geworden, sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus. Der wird euch auch fest machen bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.
Spaltungen in der Gemeinde

 

Von Ulrich Hutter-Wolandt

Die Gemeinde in Korinth hat sich in den Jahren nach ihrer Gründung stürmisch entwickelt, ja, es gibt sogar eine „Filiale“ in der Hafenvorstadt Kenchraea. Paulus stellt der Gemeinde im Vorwort seines 1. Korintherbriefes, das sehr freundlich auf sie eingeht, ein gutes Zeugnis aus.

Die Gemeinde besteht überwiegend aus Heidenchristen, aber auch viele Gottesfürchtige und Judenchristen gehören ihr an. Doch herrscht im Gemeindeleben, wie könnte es in einer Großstadt wie ­Korinth anders sein, keineswegs „Friede, Freude, Eierkuchen“. Die ­Situation der Gemeinde ist von handfesten theologischen Auseinandersetzungen bestimmt, die zu erheblichen innergemeindlichen Problemen führen und auch Auswirkungen auf die Gemeindepraxis haben.

Kennzeichnend dafür sind Parolen, die in Korinth im Umlauf waren, und die den 1. Korintherbrief wie ein roter Faden durchziehen: „Ich gehöre zu Paulus!“, „Ich gehöre zu Apollos!“ oder „Ich gehöre zu Kephas!“ „Alles ist (mir) erlaubt!“ „Wir alle haben Erkenntnis (Gnosis)!“ „Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht!“ Diese Lebendigkeit und Diskussionsfreudigkeit lässt Paulus zu und macht auf sie gleich zu Beginn seines Briefes aufmerksam.

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