Ehre für wen?

Predigttext am 1. Sonntag nach Trinitatis: Johannes 5,39–47
39 Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben ­darin; und sie sind’s, die von mir zeugen; 40 aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet. 41 Ich nehme nicht Ehre von Menschen an; 42 aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. 43 Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen. 44 Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht? 45 Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch ­verklagt, ist Mose, auf den ihr hofft. 46 Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. 47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

 

Von Elisabeth Rosenfeld

„Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“, klingt dieser Text aus dem ­Johannesevangelium in meinen Ohren nach. Im Predigtabschnitt geht es darum, ob seine Gesprächspartner Jesus als Sohn Gottes annehmen oder anderen Heilsbringern Glauben schenken.

Die Frage, wem wir Ehre erweisen, beschäftigt mich – auch wenn das Wort „Ehre“ aus der Zeit gefallen klingt. Die Worte Jesu eröffnen einen neuen Blick auf das Ehrenamt: Am 20. Juni gedenken wir am Weltflüchtlingstag der Millionen Menschen auf der Flucht. Wir danken den vielen ehrenamtlichen Engagierten, die Flüchtlinge begleiten. Ohne sie wäre es nicht möglich, Menschen aus den unterschiedlichs­ten Kulturen in unseren Gemeinden und unserer Gesellschaft aufzunehmen.

Doch der Predigttext weist auch auf die Gefahren des Ehrenamtes hin: Ist es eine Ehre, so ein Amt auszufüllen, weil damit Anerkennung verbunden ist? Oder tun darin Menschen Dienst am Nächsten zur Ehre Gottes?

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