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14.03.2012
Von: Babara Neubert

Barbara


Foto: www.barbara-film.de

 

Es ist ein nachdenklicher und melancholischer Film, der auf dichte eindrückliche Weise seine Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte einer Ärztin (Nina Hoss), die Anfang der 80er Jahre von der Charité in Berlin an ein Provinzkrankenhaus versetzt wird. Bevor sie dort ankommt, ist der Stasi-Offizier schon da, der keine Gelegenheit auslässt, ihr seine Macht zu zeigen.

Sie will in den Westen

Die junge Ärztin will raus, denn in der DDR gibt es für sie kein Leben. Sie will zu ihrem Freund in den Westen. Aber sie liebt auch ihren Beruf, fühlt sich für die Kinder, die auf der Station liegen, verantwortlich.
Die Station wird von dem  sympathischen Arzt Andre (Ronald Zehrfeld) geleitet, der versucht, freundlich zu seiner neuen Kollegin zu sein. Kann die Ärztin ihm trauen oder ist er auf sie angesetzt? Ist die Freundlichkeit nur ein Mittel, um sie zum Reden zu bringen? Jeder Mensch, dem sie begegnet, könnte einer sein, der der Stasi berichtet. Barbara umgibt sich mit Einsamkeit und einem großen Stolz, bleibt frei von den Demütigungen.
Nina Hoss spielt ihre Rolle auf spröde, intensive Weise. Keine großen Effekte umgeben sie, sondern eine Präsenz, die ganz im Blick und in der Geste liegt. Lange bleibt sie ohne Namen. Eine Patientin ist die Erste, die die Ärztin bei ihrem Vornamen nennt. In diesen Namen legt sie alle Hoffnung und alles Vertrauen, denn Barbara ist der erste Mensch seit langem, der ihr menschlich begegnet.

Misstrauen und Angst

Religion spielte in dem Film keine Rolle, wenn da nicht das Kreuz wäre. Ein Holzkreuz, das in der Landschaft steht. Wozu es einmal diente, ist ungewiss. Aber es ist der Ort, dem Barbara ihren Schatz anvertraut, wo er vor der Stasi sicher ist. Für den Arzt Andre ist es der schönste Ort der Gegend.
Filme, die in der DDR spielen, müssen für sich beantworten, was für ein Land die DDR gewesen ist. Der Film gibt dazu kein Statement ab, sondern er erzählt und fordert eine Haltung heraus. Auf der einen Seite sind Misstrauen und Angst für die Zuschauer fast körperlich spürbar. Auf der anderen Seite wird keine graue DDR gezeigt. Geduckte, in die Jahre gekommene Häuser dominieren nicht, sondern das sommersatte Grün der Bäume und die bunten Blumen der Vorgärten.
Bei aller Dichte und Intensität kommt der Film mit wenig Musik aus. Man hört den Klang von Barbaras Absätzen, hört ihn noch, wenn der Film schon lange zu Ende ist, ihr Klavierspiel und Musik aus dem Radio. Der sparsame Einsatz von Musik, lässt den Hörer auf die Zwischentöne achten: Ist das Auto, das vor der Tür hält, der schwarze Wagen des Stasi-Offiziers? Zum Abspann gibt es poppige Filmmusik. Sie wirkt wie ein Fremdkörper und hilft, nach einem berührenden Film in die Gegenwart zurückzukehren.

Der Film ist seit dem 8. März in den Kinos.

1 Kommentar

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Frank Berno Timm schrieb am 19.03.2012 09:44 answer

Naja, ich finde, es ist keine typische DDR-Geschichte (wenn es sowas überhaupt gibt). In meinen Augen geht es um die Frage, wie sehr sich Menschen wirklich aufeinander einlassen können.Die Umstände scheinen mir zweitrangig zu sein.

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