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30.11.2011
Von: Monika Herrmann.

Engagieren, hingucken, mitreden


 

Ulrike Trautwein ist die neue Generalsuperintendentin für den Berliner Sprengel. Am vergangenen Samstag ist die Theologin in ihr Amt eingeführt worden. Sie war zuletzt Pfarrerin in der Frankfurter Gemeinde Bockeheim und ist Mitglied der EDK-Synode. In Berlin ist sie als Regionalbischöfin für etwa 700000 Protestanten zuständig

Frau Trautwein, Berlin ist eine multikulturelle Stadt, noch nicht mal die Hälfte aller Bewohner sind kirchlich gebunden. Auf was haben Sie sich da eingelassen?

Ich finde diese Stadt aufregend. Gerade weil so viele Kulturen hier zuhause sind. Diese bunte Mischung erzeugt doch Energie, und wenn man die positiv einsetzt, kann etwas tolles Neues daraus werden. Orte, die eher beschaulich und eindimensional sind, finde ich furchtbar langweilig. In Frankfurt habe ich übrigens auch in einem Multikulti-Stadtteil gelebt. Ich bin also einiges gewohnt.

Was kann die evangelische Kirche  tun, um Kulturen und Religionen einander näher zu bringen?

Also, die Superratschläge will ich jetzt nicht geben. Ich hab sie ja auch nicht. Erst einmal will ich sehr aufmerksam durch diese Kirche und die Stadt gehen und schauen, was es schon gibt und was ausbaufähig ist. Ich weiß, dass ein interreligiöser Rat geplant ist, der ein gutes Gegenüber zur Politik sein kann. Ich habe an solchen Dingen großes Interesse. Außerdem möchte ich vor Ort Menschen ermutigen, dass sie mit ihren Nachbarn reden, mit ihnen leben und nicht aneinander vorbei.

Ihr Vorgänger Ralf Meister wollte, dass die Gemeinden Muslime in die Weih-
nachtsgottesdienste einladen. Es hat nicht geklappt, aber wie finden Sie die Idee?

So eine Einladung ist gut gemeint, ich weiß aber, dass sie auch problematisch sein kann, weil es für manche Muslime schwierig ist, eine Kirche zu betreten. Vielleicht sollte eine christliche Gemeinde Muslime erst mal ins Gemeindehaus einladen, da ist die Schwelle niedriger.  Wichtig für die Kirche finde ich, dass ihre Mitarbeiter rausgehen zu den Menschen unterschiedlicher Kulturen. Dass sie etwas miteinander machen und sich kennenlernen.

Rausgehen auch an die Orte, wo Menschen leiden, wo Kinder und Obdachlose in Suppenküchen ihr Essen bekommen, wo Flüchtlinge leben?

Ganz genau, das ist die Uraufgabe von Christen, dass sie da hingehen, wo andere das Elend vielleicht nicht aushalten. Also, an solchen Orten muss Kirche für Menschen da sein. Gerade in Berlin,  wo die Armut-Reichtum-Schere besonders auseinanderklafft, gehört das zu ihrer Aufgabe.

Viele Gemeinden sind engagiert: Sie richten Notübernachtungen ein und kochen Suppe. Aber reicht das?

Für mich geht es um gerechte Teilhabe für Arme, Hartz-IV-Empfänger zum Beispiel. Es geht darum, Dinge gemeinsam zu machen und arme Menschen nicht nur diakonisch zu versorgen. Eine Idee wäre zum Beispiel, gemeinsam kulturell etwas zu unternehmen. Filme zu gucken zum Beispiel. In Frankfurt haben wir das mit großem Erfolg gemacht. Arme und Reiche begegneten sich ganz zwanglos. Es gab Wein und Bier und viele Gespräche. Es sollte gelingen, solche Orte zu schaffen, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen etwas erleben.

Der Stellenwert der Kirche in Politik und Gesellschaft ist in Berlin kaum noch messbar. Sollte sich das ändern?

Ich würde mir sehr wünschen, dass wir als Kirche ein ernst zu nehmendes Gegenüber sind und bei wichtigen politischen Entscheidungen gehört werden. Mein theologisches Verständnis ist, dass wir uns engagieren, hingucken und mitreden müsse, bei Problemen in Stadtteilen zum Beispiel.

In den meisten Stadtteilen werden die Kirchen leerer. Glaube und Religion spielen keine große Rolle.  Macht die Kirche etwas falsch?

Also, ich sehe das nicht so dramatisch. In meiner Frankfurter Gemeinde war die Kirche gut gefüllt. Auch in Berlin gibt’s das. Aber das heißt natürlich, dass wir als Kirche schauen müssen, ob wir das Evangelium noch zeitgemäß verkündigen. Daran müssen wir arbeiten.

Und Ihre Familie? War sie einverstanden mit dem neuen Amt in Berlin?

Das war und ist in Ordnung. Mein Mann und meine Tochter freuen sich auf Berlin.



1 Kommentar

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Wolfgang Banse schrieb am 30.11.2011 15:50 answer

Frauen sind in der EKBO im kommen

Gegenwärtig gibt es ander Spitze der EKBO drei Frauen,eine Pröpstin und zwei Generalsuperintendentinnen.

Eine Unbekannte ist die neue im Amt eingeführte4 Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein nicht.Ihre Mitarbeit in der EKD,beim Kirchentag,sowie durch Mediengotesdiesnte ist sie dem einen beziehungsweise dem anderen kein unbekanntes Gesicht.

Das Land Berlin,zugleich Bundeshauptstadt des Staates Bundesrepublik-Deutschland ist säkularisiert,Gottlos zu bezeichnen.

Es gibt zwar viele Kirchtürme in dieser stadt zu sehen,aber die angebote von Veranstaltungen und gottesdienstlichen Feiern finden immer weniger Anklang.Ausnahme Heilig-Abend.Als Gesprächspartner auf unterschiedlichen Sektoren wird die Kirche,hier die EKBO kaum wahr genommen,noch misst man der Kirche in Berlin einen großen Stellenwertr bei.Kirche für andere,wie es der Theologe Dietrich Bonhoeffer formulierte und woran Kirche auch gemessen wird,hieran sollte kirchliches Handeln immer hinterfragt werden.

Diakonie ist das A&O der Kirche,der Kirchengemeinden und Kirchenkreise,wo keine praktizierte Diakonie gepflegt wird,kann man sich nicht auf dem berufen auf dem sich die Kircjhe beruft:JESUS CHRISTUS.Obwohl ein Großteil der Bewohner Berlins der Kirche,den Kirchen sehr distanziert und skeptisch gegenüber stehen,legen sie was Wertvorstellungen anbetrifft eiun hohes Maß und geben ihre Kinder in konfessionelle Schulen.

Gehandicapte stehen meistens draußen vor der Tür nicht nur als Arbeitnehmer,sondern auch auf vielen anderen Gebieten innerhalb der Kirche.Ews gibt keinen gehandicapten Christen der in der Leitungsfunktion steht,sei es in der Synode,sei es im Konsistorium.Bis jetzt wurde die UN_BehindertenrechtzsKonvention ion der EKBO nicht umgesetzt,obwohl die Kirche Teil dieser Gesellschaft Was den gemeinden,Städten,Landkreisen,Ländern,dem Bund recht ist im Bezug auf einen Behindertenbeauftragten,sollte der Kirche,hier der EKBO billig sein. ist.Priestertrum aller Gläubigen,dies kommt immmer noch wenig zum Tragen.Armut,Verwahrlosung eine große Herausforderung der Kirche vor Ort in Berlin.Was ihr einen meiner Geringsten getan habt...hieran wird sich der Sprengel Berlin messen lassen müssen und damit auch die neue Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein.Ökumene leben und erfahren mit den Religionsgemeinschaften,ein weiteres wichtiges Thema welches man sich intensiv widmen muss.

Nicht verwaltet werden möchten Menschen wie bei VaterStaat,sondern gestaltet.Hausbesuche sind das A&O nicht erst ab dem 70.Lebensjahr.

Jede und jeder sollte einen Platz in der Kirche finden und jede und jeder sollte ernst genommen werden und niemand sollte verloren gehen.Wenn dies berücksichtigt wird in der EKBO,hier besonders im Sprengel Berlin wird die Kirche vor Ort an Substanz gewinnen.,was ihr zu wünschen wäre.

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