Von: Sibylle Sterzik
Gottes neue Welt
Wochenspruch: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. Johannes 12,32
Erhöht werden in diesen Tagen viele. Umjubelte Wahlsieger, Kicker, die entscheidende Traumtore schießen, rettende Ideengeber in der Wirtschaftswelt. So mancher hat es auch wirklich verdient, auf den Sockel gestellt zu werden. schließlich steckt Knochenarbeit, wochenlange Wahlkampfkampagnen, nächtelanges Grübeln dahinter. Jesu Erhöhung beginnt mit einer Erniedrigung. Der lange Arm der Macht von Menschen, die sich selbst erhöhen über andere, auch über ihn, bringt ihn ans Kreuz. Damals wie heute passiert das. Menschen, die anders glauben und dafür verfolgt werden, Flüchtlinge, die Freiheit, Sicherheit und Glück suchen, und abgeschoben werden, leiden unter Urteilen und Gewalt derer, die an den Hebeln der Macht sitzen. Die einen unten, die anderen oben. Bei Jesus ist das anders. Er war ganz unten und geht nach ganz oben. Aber nicht allein. Alle will er zu sich ziehen, in Gottes neue Welt. Alle! Auch die Zweifler, die, die gar nichts glauben, gar nichts erwarten? „Alle will ich zu mir ziehen“, sagt er. Was für ein wunderbarer Gedanke: Keiner soll ausgenommen sein, weder die Dünnen noch die Dicken, weder die Schnellen noch die Langsamen, weder die ganz unten noch die ganz oben. Glaubend hat Jesus sich Gottes neuer Welt geöffnet. Und versucht, auch uns die Augen dafür zu öffnen. Ein Stück davon hat er hiergelassen, als er erhöht wurde ins Licht, das ihn so hat strahlen und lassen, so voller Wärme. Ob ich in meinem Leben auch einen Zipfel davon zu fassen bekomme? Christus würde bestimmt glücklich darüber lächeln, denn er weiß, dass ich mich dann als Sieger fühlen könnte. Vor allem da, wo ich Gefahr laufe, mich selbst auf einen Sockel zu stellen.


