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13.06.2012
Von: Monika Herrmann

Damit die Kinder leben können


Pfarrerin und Neugeborenes. Gabriele Stangl ist Seelsorgerin am Berliner Krankenhaus Waldfriede. Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Foto: privat

 

Vor rund zwölf Jahren sorgte die Pfarrerin Gabriele Stangl dafür, dass im Zehlendorfer Krankenhaus Waldfriede die erste Babyklappe Berlins geschaffen wurde. Seitdem wurden etwa 20 Kinder dort abgelegt und in Adoptionsfamilien vermittelt. Heute bieten auch andere Kliniken in Berlin und Potsdam Babyklappen an. In einigen Krankenhäusern können Frauen ihre Kinder auch zur Welt bringen, ohne dass jemand in ihrem Umfeld davon erfährt. Mit Gabriele Stangl sprach Monika Herrmann.

Frau Stangl, mussten Sie damals Überzeugungsarbeit leisten?
Natürlich, viele hatten ja Angst, etwas Illegales oder Strafbares zu tun. Aber als man dann sah, dass es wirklich Frauen gibt, die solche Hilfe dringend brauchen, änderte sich das. Ich habe damals mit einem Arzt zusammengearbeitet, der den Mut hatte, ja zur Babyklappe zu sagen. Wir haben dann die Behörden mit ins Boot geholt, was auch nicht einfach war. Die erste Zeit war schwer, aber inzwischen sind alle von dem Nutzen überzeugt und stehen uns zur Seite.

Was passiert denn mit den Kindern, die in der Babyklappe abgelegt werden?
Wenn wir ein Kind finden, wird es sofort medizinisch versorgt, untersucht und dann schalten wir das Jugendamt und die Adoptionsvermittlungsstelle ein. Manche Kinder werden uns auch in den Arm gedrückt oder einfach an der Pforte abgegeben. Einige Frauen rufen vorher an und fragen, ob sie ihr Kind auch tatsächlich anonym abgeben können. Wir laden sie dann zu einem Gespräch ein, lernen sie kennen und vereinbaren mögliche weitere Hilfen. Auf diese Weise erhalten wir manchmal auch Daten über sie und das Kind.

Das heißt, die Frauen überdenken manchmal auch noch mal ihren Entschluss?
Ja, wenn sie sich zur anonymen Geburt entscheiden. Babyklappe und anonyme Geburt gehören ja zusammen. Ich spreche aber lieber von „behüteter Geburt“. Frauen rufen bei uns an, berichten von ihrer Not und ich versichere ihnen, hier in diesem Krankenhaus können sie ihr Kind auch anonym zur Welt bringen und dann zur Adoption freigeben. Viele Frauen ändern dann im Gespräch ihre Meinung und überlassen uns für das Kind ihre Daten. Das sind immerhin 95 Prozent.

Was bedeutet das für die Zukunft der Kinder und auch der Mütter?
Wir sichern den Frauen zu, dass niemand in ihrem Umfeld von der Geburt erfährt. Wir arbeiten hier im Krankenhaus alle sehr vertrauensvoll zusammen. Durch die normale, aber vertrauliche Geburt schützt man die Mutter. Das Besondere: Für das Kind sind später aber alle Daten zugänglich, so dass es die Möglichkeit hat, seine leibliche Mutter kennen zu lernen.
Dazu gehört auch der Austausch zwischen den Adoptionseltern und der Mutter. Für die Betroffenen stehen also alle Türen offen.

Mit welchen Frauen haben Sie es zu tun?
Ganz unterschiedlich. Die einen sind bereits vielfache Mütter. Sie sagen, ein weiteres Kind würde die Familie zum Kippen bringen. Ich spreche mit Studentinnen, Rechtsanwältinnen, Unternehmerinnen, die alle in großer Angst und Panik sind, aber wollen, dass ihr Kind lebt. Wir reden über die Möglichkeit der anonymen Geburt und Adoption. Frauen, die bereits Mütter sind, lieben ihre Kinder, aber ein weiteres geht nicht, sagen sie. Ich denke, Frauen, die ihre Kinder abgeben, sind keine schlechten Mütter, ihre Entscheidung muss respektiert werden.  Ich habe in den letzten zwölf Jahren viele Gespräche mit Frauen geführt. 160 kamen in unser Krankenhaus zur Geburt, jede dritte Frau hat ihr Kinder behalten, zwei Drittel gaben sie zur Adoption frei.

Kritiker sagen, Kinder, die dort abgelegt werden, verlieren ihre Wurzeln.
Die Wurzeln zu kennen, ist schon wichtig. Noch wichtiger als die Herkunft zu kennen, ist das Recht, leben zu dürfen. Eine gute Entwicklung ist, dass immer weniger Kinder in Babyklappen abgelegt werden. Weil die Frauen sich einfach trauen, sie anonym zur Welt zu bringen und dann einer Adoption zustimmen.

In Berlin bieten vier Krankenhäuser, in Potsdam ein Krankenhaus Babyklappen und anonyme Geburten an. In Berlin wurden bislang 43 Kinder in Babyklappen abgelegt, in Potsdam acht Kinder. Deutschlandweit existieren 120 Babyklappen.

Notrufnummer: (0800)4560789

 

1 Kommentar

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Wolfgang Banse schrieb am 13.06.2012 18:27 answer

Kinder sollten gewollt sein

Eltern werden ist nicht schwer,Eltern sein dagegen sehr.Diesen Spruch ist des öfteren zu hören.Viele Kinder verweigert man das Leben,was Schwangereschaftsindikationen betrifft. Man tötet sie im Mutterleib. Laut einer Studie nahm die Abtreibungen im Jahr 2012 zu.Andere Kinder setzt man aus,was Toiletten,Parkbanks ect. betrifft. Beziehungsweise legt sie in einer Babyklappe.wie im Evangelischen Krankenhaus Waldfriede oder im katholischen St. Hedwig Krankenhaus in der Hamburger Straße in Berlin.

Was geht in Müttern vor,so stellt sich einmal die Kardinalsfrage,wenn man das Kind welches man 9 Monate unter dem Herzen getragen hat.Ist die Emonalität bei fder Mutter verloren gegangen? Kinder sollten erwünscht sein,Hilfen wie Kaleb,Mutter-Kind-Stiftungen gibt es,dass kein Kind im Mutterleib getötet werden muss.

Die Kirchen,die Leben bejahen,sollten sich auch dfazu bekennen und sich nicht der Verantwortung entziehen,was Untersützungen betrifft.

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