Die Konferenz von Abu Dhabi

Bischof Markus Dröge

Von Markus Dröge

Als einer von 700 Delegierten unterschiedlicher Religionen aus aller Welt war ich Anfang Februar nach Abu Dhabi eingeladen. Dort fand die ­Konferenz „Human Fraternity“ (Menschliche Brüderlichkeit) statt, organisiert vom „Council of Muslim Elders“ (Rat der muslimischen Ältesten). Dieser Rat ist eine Vereinigung von mus­limischen Gelehrten aus aller Welt, die ihre Aufgabe darin sehen, sich für die Einheit unter den Muslimen und für den Dialog mit anderen Religionen einzusetzen. Vorsitzender ist Groß­imam Al Tayyeb, der geistliche Leiter der Al Azar Universität in Kairo, einer der weltweit einflussreichsten sunnitischen Gelehrten. Er bemüht sich in besonderer Weise um den Dialog zwischen der arabischen und der westlichen Welt. Mehrfach war er schon in Berlin, zuletzt beim Kirchentag 2017.

Die Sprecher der Konferenz in Abu Dhabi waren eingeladen, vom Hintergrund ihrer eigenen Religion her darzulegen, wie sie die gleiche Würde aller Menschen begründen – eine spannende und hochaktuelle Frage! Ich habe an Martin Luther King erinnert, der 1964 Berlin besucht hat und in West- und Ostberlin folgende Sätze gesagt hat: „Hier sind auf beiden Seiten der Mauer Gottes Kinder, und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tat­sache auslöschen. Ohne Rücksicht auf die Schranken der Rasse, des Bekenntnisses, der Ideologie oder Nationalität, gibt es eine unentrinnbare Bestimmung.

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