Bischof Markus Dröge über das, worauf wir 2017 zurückblicken

Bischof Markus Dröge

Von Markus Dröge

Das neue Kirchenjahr hat begonnen, das kalendarische neigt sich dem Ende zu. Zeit, auf dieses außergewöhnliche Jahr zurückzublicken und Danke zu sagen. Dank dem Herrn, der uns durch dieses Jahr geleitet hat. Zeit aber auch, an die zu denken, die ein schweres Jahr hatten: die einen geliebten Menschen vermissen, die ihre Arbeit verloren haben oder ihre bisherige Wohnung wegen ­einer Mieterhöhung aufgeben mussten. Wir denken an die, die in diesen Tagen um ihre ­Arbeitsplätze bei Siemens, Bombardier oder General Electric bangen und sorgenvoll in die Zukunft schauen. Wir sind bei ihnen, und wir wollen sie nach Kräften unterstützen.

2017 wird als das Jahr des Reformations­jubiläums in die Geschichte eingehen. Ein ­großes Dankeschön allen, die dieses Jubiläum ermöglicht haben, an alle Helferinnen und Helfer, die so viele Gottesdienste und Zusammenkünfte jeglicher Art mitgestaltet haben. Erinnern wir uns an den Kirchentag: Wie viele haben hier nicht nur mit angepackt, sondern auch Unterkunft für die vielen Gäste aus dem In- und Ausland bereitgestellt. Ein großes Zeichen der Gastfreundschaft, der Gemeinschaft der Gläubigen. Viele Freundschaften sind daraus entstanden.

Es hat sich auch wieder gezeigt, was für eine wertvolle Diskussionskultur unsere Kirchentage haben, die wir in unserer Gesellschaft mit ihren Echokammern, Wahrnehmungsblasen und Fake News, gerade in den sozialen Netzwerken, heute so dringend brauchen. Bei allem Fortschritt, den uns die Entwicklung der digitalen Kommunikation gebracht hat: Sie birgt auch die Gefahr der Enthemmung und der Herabwürdigung. Echte Begegnung, das direkte Gespräch untereinander, kann sie nicht ersetzen. Der Kirchentag hat dies einmal mehr bewiesen. Und wie gerne würde ich wissen, welche kostbaren Veranstaltungsperlen in den Gemeinden zu entdecken waren!

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