Bischof Markus Dröge über das Reformationsjubiläum

Bischof Markus Dröge

Von Markus Dröge

Das Reformationsjubiläum ist auf der Zielgeraden. Wir blicken auf ein äußerst erfolgreiches Jahr zurück. Unzählige Veranstaltungen, Ausstellungen und Gottesdienste haben die Reformation im ganzen Land bekannt gemacht. Oft sind sie in Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen oder Institutionen entwickelt und durchgeführt worden.

Damit ist es uns gelungen, die ­öffentliche Bedeutung unseres Glaubens herauszustellen. Religion ist keine Privatsache. Sie gehört in die Mitte der Gesellschaft. Wir stehen ein für Werte, die durch die Reformation ins Zent­rum unseres Glaubens gerückt sind. Wir sind freie Menschen, nur Gott und unserem Gewissen verpflichtet. In aller Freiheit übernehmen wir zugleich Verantwortung für das Gemeinwohl aller Menschen. Wir stehen für eine Kultur des Dialogs. Als solche werden wir in der Gesellschaft gebraucht, im Moment noch mehr denn je.

Wir haben das Reformationsjubiläum erstmalig in der Geschichte der Jubiläumsfeiern ökumenisch, international und nicht nur Luther-zentriert gefeiert. Das war mutig. Und es hat sich gelohnt. Wir haben gute Erfahrung gemacht mit dieser Öffnung. Wir konnten das Verhältnis der Reformatoren zu Juden und Muslimen ehrlich und offen ansehen und Schuldgeschichten aufarbeiten. Gemeinsam mit unseren katholischen Geschwistern feiern wir das Reformationsjubiläum als Christusfest. Gerade haben wir den Religionsunterricht in Berlin gemeinsam neu als konfessionell-kooperativ konzipiert.

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