Karikatur Nr. 30, Seite 16 - ein schwerer Fehler

In der vergangenen Ausgabe (Nummer 30 vom 29. Juli) ist uns ein schwerer Fehler unterlaufen: In einer Karikatur zum neuen ­Nationalstaatsgesetz in Israel sieht man einen dicken Fisch mit der Aufschrift „Juden“, der von ­Premierminister Netanjahu ­gefüttert wird ­– in einem Aquarium „Israel“, in dem ein deutlich ­kleinerer Fisch „Araber“ zur Seite gedrängt wird.

Selbstverständlich gibt es in Redaktion und Verlag keinen ­Antisemitismus, auch keinen verdeckten Antijudaismus. Der Abdruck ist in kritischer politischer Absicht gegenüber dem neuen Nationalstaatsgesetz geschehen – und bedeutet in der fatalen Annahme, dass es eine rein politische Karikatur in unserer Zeitung zu diesen Themen geben könnte, eine nicht zu entschuldigende Geschmacklosigkeit. Wir haben an dieser Stelle viel zu kurz gedacht und uns zu wenig intern beraten und die Heraus­geber*innen nicht einbezogen.

Wir bedauern zutiefst diese Karikatur und die damit möglicherweise ­einhergehende, unsererseits ­tatsächlich völlig unbeabsichtigte ­Verunglimpfung unserer jüdischen Schwestern und Brüder.

Verlag und Redaktion „die Kirche“

Die Not der Rohingya

Die Not der Rohingya

Janu Begum (35), eine Rohingya-Flüchtlingsfrau, die vor der Gewalt in Myanmar floh, hält ihr Kind im Arm. Sie fand eine neue Unterkunft in einem Flüchtlings-Camp in der Nähe der Stadt Cox's Bazar. Foto: Emtiaz Ahmed Dulu/Diakonie Katastrophenhilfe

Weil sie in ihrer Heimat nicht geduldet werden, leben Menschen der muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar in einem unvorstellbar großen Flüchtlingslager in dem selbst armen Land Bangladesch. Die einsetzende Regenzeit spült viele Hütten einfach weg. Eine Tragödie, fast unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. Ein Titelkommentar von Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

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Mehr als Mann und Frau

Mehr als Mann und Frau

Lucie Veith (r.), forderte im Juni bei einer Pressekonferenz in Berlin Akzeptanz für Intersexuelle. Foto: Markus Kowalski

Das dritte Geschlecht kommt. Bis Ende dieses Jahres wird ein Gesetz verabschiedet, das intersexuellen Menschen einen eigenen Geschlechtseintrag im Personenstandsregister zuspricht. Auch in den Kirchenbüchern wird es zukünftig also nicht nur Mann und Frau geben, sondern auch „weiteres“, „divers“ oder „inter“ – die Bezeichnung steht noch nicht fest. Doch wie groß ist die Anerkennung Intersexueller innerhalb der Kirche? Markus Kowalski über das neue Gesetz und ein theologisches Umdenken.

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Hoch und runter

Hoch und runter

Foto: Schulte Döinghaus

Teltow boomt, Wittenberge nimmt ab. Am vergangenen Freitag veröffentlichte die Landeskirche ihre aktuellen Mitgliederzahlen. Eine Stadt, in der die Gemeinde beachtlich gewachsen ist, ist Teltow. Hier vergrößert sich die Christenherde im Windschatten des allgemeinen Bevölkerungswachstums. Etwa 150 Kilometer weiter sieht es leider weniger rosig aus: In Wittenberge fallen die Gliederzahlen kontinuierlich. Wir besuchten die beiden brandenburgischen Mittelstädte und gingen den Zahlen auf den Grund. 

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Bilder oder weiße Wände?

Bilder oder weiße Wände?

Im Jahr 1990 schuf der Berliner Maler und Bühnenbilder Achim Freyer eine Serie von Kirchenfenstern für die Berliner Kirche Am Hohenzollernplatz und tauchte den expressionistischen Kirchenbau von Fritz Höger buchstäblich in Licht und Farbe. 28 Jahre später kehrt der Meisterschüler von Bertolt Brecht zurück, um seinem Meisterwerk mit aktuellen Malereien zu begegnen: Ein Dialog aus Licht und Farbe, der den Kirchenraum und seine Fenster buchstäblich in neuem Licht erscheinen lässt (Ausstellung bis 28. Oktober). Achim Freyer, Rundbild (Ausschnitt). Foto: Stiftung St. Matthäus

Darf man religiöse Themen oder Gott überhaupt malen? Darüber stritten Christen schon früh. Nach jahrhundertelangem Hin und Her einigte man sich: Künstlerische Darstellungen von Jesus, Maria oder den Heiligen dürfen nicht angebetet werden, aber es darf sie geben. Vielen Reformatoren schmeckte das gar nicht. Hannes Langbein, Direktor der Kunst- und Kulturstiftung St. Matthäus Berlin, erklärt warum. 

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