Sechs Monate Gartenfest

Foto: Gerhard Richter



Mit einem umfangreichen Programm beteiligt sich die Evangelische Kirche an der Landesgartenschau in Wittstock. 

Von Cordula Möbius

Wenn die Landesgartenschau (LaGa) in Wittstock am 18. April ihre ­Pforten öffnet, bricht auch für die dortige Kirchengemeinde und für den Kirchenkreis Wittstock-Ruppin eine ereignisreiche Zeit an. Denn die historische Altstadt rund um die altehrwürdige St.-Marien-Kirche von Wittstock, der Kirchplatz und der Pfarrgarten sind als Teil der Gartenschaukulisse in das LaGa-Angebot eingebunden.

Die Gebäude und Plätze wurden für das Gartenfestival schön herausgeputzt, zum Teil sogar umgestaltet. Mit der Planung des umfangreichen Programms ist der Kirchenkreis seit Jahren beschäftigt. Nun wachsen Spannung und Vorfreude. Wenn ­Bischof Markus Dröge am Ostersonntag um 14 Uhr den feierlichen Eröffnungsgottesdienst zur LaGa hält, ist es endlich soweit: Sechs Monate ­Gartenfest können beginnen.

„Wir wollen zeigen, was es für uns Christen heißt, auf dieser Erde zu leben, sie zu gestalten und zu bewahren“, schreibt Matthias Puppe, Superintendent des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin, im Vorwort des Programms des Kirchenkreises zur LaGa 2019. Als Motto dafür haben sich die Organisatoren „dass ich dir stetig blühe“ gewählt, eine Textzeile der 13. Strophe des Chorals „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ (Paul Gerhardt, EG 503).

„Dieses Motto interpretieren wir auf sehr vielfältige Weise“, sagt Beate Corbach, Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit beim Kirchenkreis Wittstock-Ruppin, „denn wir wollen sowohl spirituell und ­thematisch als auch musikalisch ­Akzente setzen.“ Einer davon wird die Aktion „Blühende Gemeinde“ sein, die zeigen soll, dass die Kirchengemeinde von Wittstock lebt und vielfältig, bunt und schön ist.

Rund 100 bepflanzte Körbe, die den Kirchenraum der St.-Marien-Kirche schmücken, sollen das versinnbildlichen. Gemeindeglieder und Gäste sind Paten für einzelne Blumenkörbe und zeigen mit ihrem Namen, dass ihnen Kirche und Gemeinde am Herzen liegen. Auch für die Dauerausstellung „Bedrohte Apfelsorten“ holt man sich Pflanzen in die Kirche: So wird der Altarraum von St. Marien ab Ostern (ein wenig) zum Obstgarten, wenn eine Auswahl alter Apfelbäume zu sehen ist, die teilweise vom Aussterben bedroht und im Handel nicht mehr erhältlich sind. Die Bäume sollen später an ­ausgesuchten Plätzen in und um Wittstock ausgepflanzt werden.

Eine ganze Menge geschieht aber auch außerhalb der St.-Marien-Kirche: Bereits auf dem Kirchplatz werden die Gäste in Empfang genommen – mit einem neuen Kinderspielplatz, mit kulinarischen Angeboten und mit einem Lernparcours. Wer sich einen Überblick über das Gelände der Landesgartenschau verschaffen möchte, kann den Kirchturm besteigen, und wer schöpferische Ruhe sucht, ist herzlich in den Pfarrgarten eingeladen.

Einen Höhepunkt des kirchlichen Programms wird die Ausstellung „10 Jahre Freie Heide“ ­bilden, die ab Juli die Geschichte der ­lokalen Befreiungsbewegung der ­Kyritz-Ruppiner-Heide vom ehemaligen Truppenübungsplatz zeigt. Denn die Freie Heide ist ein gutes Beispiel dafür, wie man als engagierte Bürgerinnen und Bürger „blühen“ kann. Das soll mit Friedens­gebeten und Wanderungen ins ­Heidegelände wieder ins Gedächtnis ­gerufen werden.

Darüber hinaus freuen sich die Wittstocker schon auf die zahl­reichen kleinen und großen Musikveranstaltungen: So wird die Sommersonnenwende in den Gassen und Hinterhöfen der Stadt im Rahmen der Fête de la Musique gefeiert ­werden. Beim Blue Lake Festival wird es international zugehen und beim Treffen der Laienchöre und beim Landesposaunentag werden mehrere hundert Menschen mit­einander musizieren. Ein genauer Blick auf das 56-seitige-Programm des Kirchenkreises lohnt sich also. Für Superintendent Matthias Puppe ist die Beteiligung an der Landesgartenschau Wittstock 2019 aus mehrerlei Hinsicht eine Bereicherung: „Die gemeinsame Aufgabe Landesgartenschau hat dazu geführt, dass sich kirchliche und gesellschaftliche Akteure im Norden von Brandenburg intensiver wahrnehmen als bisher. Auch unsere Gemeinschaft im Kirchenkreis ist dadurch gestärkt worden. Und die positiven Rückmeldungen, die wir für unser Programm bekommen, stärken das Bewusstsein von uns Christenleuten!“

Weitere Informationen des Kirchen­kreises Wittstock-Ruppin zur LaGa: 
Telefon: (03394)4030816
E-Mail: info@laga-kirche-wittstock.de
www.laga-kirche-wittstock.de

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