Nicht in den Himmel gucken

Hellmut Gollwitzer
Helmut Gollwitzer auf einer Friedensdemonstration während des Kirchentages 1983 in Hannover. Am 29. Dezember 2013 wäre er 105 Jahre alt geworden. Foto: epd

 

 

Von Dorian Raßloff
und Uwe-Karsten Plisch

Geboren 1908 in Pappenheim als Sohn eines nationalkonservativen Predigers, politisch und theologisch geprägt durch seinen Lehrer Karl Barth, gehörte Gollwitzer in der NS-Zeit zur Bekennenden Kirche. In der sowjetischen Kriegsgefangenschaft studierte er die Werke von Marx, Engels und Lenin. 1951 erschien sein Buch „Und führen, wohin du nicht willst“. Darin arbeitete er sich am real existierenden Sozialismus sowjetischer Prägung ab. Auf Grund seiner Eindrücke in der Sowjetunion plädierte Gollwitzer, als junger Mann Sozialist, zunächst für eine Demokratisierung des Kapitalismus. Sein intensiver Dialog mit den rebellierenden Studierenden der 1960er Jahre in Berlin (West), wo er ab 1957 an der Freien Universität als Theologie-Professor lehrte, ließ ihn erneut umdenken.

1968 hielt Gollwitzer einen Vortrag auf der Weltkirchenkonferenz in Uppsala, der als Buch unter dem Titel „Die reichen Christen und der arme Lazarus“ erschien. Dieses widmete er „den Berliner Studenten, dankbar für ihr Aufbegehren und Vorwärtsdrängen“. Darin ging er mit Jesus und Marx’scher Gesellschaftsanalyse argumentierend hart mit dem reichen Teil der Welt und seiner Schuld am Hunger von zwei Dritteln der Weltbevölkerung ins Gericht.

Durch die Gespräche mit seinem engen Freund Rudi Dutschke konnte sich Gollwitzer wieder als Marxist bezeichnen. Dutschke, der die DDR und Sowjetunion als „Staatssklaverei“ bezeichnete, sah wie Gollwitzer den Marxismus nicht als dogmatisches System, sondern als Werkzeug kritischer Analyse. Der entscheidende Kompass blieb für Gollwitzer aber „das Reich Gottes für die Welt“.

Dutschkes Frau Gretchen, die bei Gollwitzer Theologie studierte, faszinierte, „dass Gollwitzer ein Christentum wichtig war, das nicht in den Himmel guckt, sondern etwas hier auf der Erde bewirken will“. Die Dutschkes erhielten auch Schutz in seinem Haus und er hielt die Trauerrede für den Wortführer der Studentenbewegung. Gollwitzer war als einer der wenigen Professoren damals für viele in der Außerparlamentarischen Opposition  Wegweiser. (...)

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Unterstützer für Filmprojekt gesucht

Neben Helmut Gollwitzer geht es in dem Dokumentarfilm „Mit Jesus auf die Barrikaden – 1968 und heute“ auch um den Protest und das Engagement für eine gerechte Welt von Rudi Dutschke, Benno Ohnesorg, der damaligen ESG und ihrer Vertrauensstudentin Eva Quistorp, Dorothee Sölle, Bischof Kurt Scharf wie auch Katja Ebstein, Pfarrer Manfred Engelbrecht und anderen christlichen Aktiven in den 60ern und der Gegenwart. Der Film versteht sich als Annäherung eines Nachgeborenen an die Protestzeit der 68er. Der christliche Berliner Regisseur Dorian Raßloff (29) initiierte Politische Nachtgebete, ein Benno Ohnesorg-Gedenken und einen 68er Workshop in der ESG Berlin mit. Produzent Hansjürgen Pohland (79) verfilmte unter anderem Günter Grass' „Katz und Maus“ 1966. Für die Fertigstellung sucht das Filmteam noch finanzielle Unterstützung.

Kontakt: Dorian Raßloff
Telefon: (030) 84315114
E-Mail: dorian_rassloff@yahoo.de

 

 

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Kommentar von Gerhard Jeske Hamburg |

Gerhard Jeske Hamburg ^den 19.01.2014
Kirche und DKP
Ich beobachte hier den Kirchenbesuch. Dabei stellte ich fest, dass zwischen dem Schwund der Mitglieder in der DKP und den Gemeinden der ev. Kirche eine ähnliche Entwicklung besteht.
In den Stadtkreisen Hamburg Lurup-Osdorf, mit ungefähr 59.000 Einwohnern, gibt es nur noch acht Mietglieder der DKP, die sich zweimal im Jahr treffen. Vier davon sind über achtzig Jahre alt. Dafür liegt der Anteil der Linken bei Wahlen zwischen 5-11%
Hamburg Lurup, mit 33.000 Einwohnern ist in drei Gemeinden aufgeteilt. Es sind drei Kirchen mit Pastorat und Gemeinderäumen vorhanden. Ebenso amtieren drei Hauptamtliche in den Gemeinden, davon zwei Pastorinnen. Kirchenvorstände und andere Mitarbeiter.
Der Gottesdienstbesuch liegt in jeder Gemeinde zwischen 15 bis 30 Teilnehmern.
Es erhebt sich bald die Frage, ob der finanzielle Aufwand zur Erhaltung der Kirchen gerechtfertigt ist.
Heute zählte ich in der Emmaus Kirche 18 Personen, davon vier Konfirmanden, fünf Mitarbeiter und zwei Männer und sieben alte Frauen. Das Ende der Kirche ist abzusehen, aber niemand will es eingestehen, sonst könnten wir nicht mal mehr vom „ Christlichen Abendland“ reden.
Woran liegt der Mietgliederschwund?
Sowohl die DKP wie auch die Kirche orientieren die Menschen auf die Zukunft. Die DKP, irdisch, auf ein besseres Leben im Sozialismus. Wie dieser Sozialismus aussehen wird, weiß niemand zu sagen und die Kirche vertröstet immer noch auf das Jenseits, auf die Wiederherstellung des Paradieses.
Das ist für die Bevölkerung keine Alternative zur Realität.
Was die Organisationsformen angeht, so gibt es zwischen der DKP und den Kirchen ähnliche Strukturen, die ebenso von vielen Menschen, besonders in der Kirche, abgelehnt werden.
Abschließend meine ich, dass es noch viele Mitglieder in den Kirchen gibt, sie sind evangelisch oder katholisch, aber keine Christen. Ähnliche Entwicklungen vollzogen sich in den kommunistischen Parteien der ehemaligen Sozialistischen Länder, diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität wirkt bis heute fort

Kommentar von Gerhard Jeske Hamburg |

Zur Bestätigung heißt es: Seite nicht gefunden. Schade

Kommentar von Gerhard Jeske |

Auch das wird uns im Jahr 2015 beschätigen.
ARBEITSPL,ATZ UND MACHT!
Der neue Arbeitsplatz erscheint nach dem „Window- öffnen jetzt mußt Du Entscheidungen treffen,
Neue Pfade planen,
Dividenden absahnen,
Verbindungen knüpfen,
durchs Internet hüpfen,
Finanzen des Bosses verstecken,
sie in den Hintergrund trecken,
dem Finanzamt leere Ordner zeigen,
an den Börsen mitgeigen,
Damit der Chef Dir auf die Schulter klopft.
noch meint er, Du wärst sein naiver Tropf,
Darum Aufgewacht!
Dein Wissen ist heute bare Macht,
Alle Computer stehen still,
wenn Deine politische Animation es will
Gerhard Jeske Doku.- Fotol Autor—copyr.