Klimafasten: Wie viel brauche ich?

Klimafasten Friederike Höhn
Anfang März nahmen mehrere Tausend Schüler*innen an dem Schulstreik "Fridays for Future" in Hamburg teil. Foto: Patrick Piel/epd



Der Kohleausstieg soll in etwa 20 Jahren erfolgen – wie geht es weiter? Fast eine Million SUVs wurden im vergangenen Jahr in Deutschland zugelassen – und der Trend hält an. Etwa jede dritte Wildpflanze hierzulande ist vom Aussterben bedroht – dank intensiver Landwirtschaft und Luftverschmutzung. 200 Kilogramm Plastik landen im Meer – jede Sekunde. Und wir lenken nicht ein.

Aber die Jugend ist alarmiert: Freitag für Freitag gehen europaweit Tausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um ihre Wut und ­Fassungslosigkeit auf die Klima­vergessenheit von uns Erwachsenen zu artikulieren. Und wie wird darauf reagiert? Mit Mahnungen wegen Schulschwänzerei, die im Zeugnis vermerkt werden sollen. Ich wäre stolz auf ein solches Etikett, für immer im Zeugnis vermerkt: „Friederike Höhn hat sich aktiv für Klimaschutz eingesetzt“ würde dort dann quasi stehen.

Wann, wenn nicht jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das eigene Verhalten in Sachen Energie, Mobilität und Konsum zu überdenken? Wer, wenn nicht wir Christinnen und Christen, steht in der Verantwortung für Gottes Schöpfung zu sorgen? Wo, wenn nicht im eigenen Leben, sollten wir anfangen? Und wie, wenn nicht mit der Klimafasten-Aktion vieler Landeskirchen und Bistümer in ganz Deutschland, lässt sich das bewerkstelligen?

Ich werde mich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion beteiligen und Woche für Woche an dieser Stelle über meine eigenen Gedanken und Erlebnisse berichten sowie Tipps zum jeweiligen Wochenthema geben. Diese erste Woche steht unter dem Motto „Innehalten“. Wo stehe ich? Was mache ich bereits? Was fällt mir leicht? Wie viel brauche ich? Damit fange ich mein Klimafasten an. Denn es soll nicht um den puren Verzicht gehen, ums Sparen und Nein-Sagen. Im Gegenteil: Es geht um das Erkennen versteckter Potenziale, um das Entdecken neuer Talente und darum, das eigene Denken und Handeln auf den Prüfstand zu stellen.

Ich sehe, dass ich schon eine ganze Menge tue. Darüber darf ich mich freuen. Mit offenen Augen gehe ich in die Welt und entdecke jeden Tag etwas Neues. Vielleicht, dass der Supermarkt um die Ecke jetzt auch diese Gemüsenetze anbietet statt nur auf Plastiksäcke zu setzen. Oder dass ich mir eine Saftpresse von der Nachbarin ausleihen kann statt mir eine eigene zu kaufen, die dann nur selten genutzt wird. Was entdecken Sie?

Schreiben Sie mir über Ihre Erfahrungen beim Klimafasten: Redaktion „die Kirche“, Georgenkirchstraße 69/70, 10249 Berlin, E-Mail: hoehn@wichern.de

Weitere Informationen zum Klimafasten:

https://www.ekbo.de/wir/umwelt-klimaschutz/themen-projekte/klimafasten-2019.html

 

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