Kinder fragen

Kinder fragen, Gott als Vater
Foto: epd

 

Neugierig beobachten Kinder das Leben. Verwundert und unerschrocken ent - decken sie Neues. Unbekanntes wirft Fragen auf. Kinder formulieren mit Leichtigkeit große Fragen. Oft gerade solche, die niemand sonst fragt, die Erwachsene längst vergessen haben. Vielleicht sind sie gerade deshalb nicht immer leicht zu beantworten. Simone Merkel, Studienleiterin für die gemeindliche Arbeit mit Kindern im Amt für kirchliche Dienste der EKBO, versucht dennoch Antworten auf Kinder fragen zu geben in unserer neuen Rubrik „Kinder fragen“. Einmal im Monat jeweils in der ersten Woche.

„Habe ich zwei Väter?“

Von Simone Merkel

Im Morgenkreis betet die Erzieherin mit den Kindern: „Du, Gott, unser Vater!“
Ben ruft laut: „Aber mein Papa heißt Tom!“
Später spielen Ben und Sophia im Sandkasten.
„Das mit dem Vater stimmt ja gar nicht“, sagt Ben.
„Stimmt doch“, beharrt Sophia, „Gott ist der Vater von uns allen. Deiner auch!“
„Aber dann habe ich ja zwei?!“
„Zwei ist doch gut. Victor hat auch zwei. Am Sonntag ist er bei seinem Papa Paul und sonst bei Kai. Ist doch praktisch.“
„Dann will ich auch zwei“, beschließt Ben. „Gott für sonntags und Tom für sonst.“ Dann überlegt er. „Nein, lieber Tom für sonntags. Da spielt er mit mir Fußball. Gott soll der Vater für sonst sein, wenn Papa arbeiten muss.“

Warum reden Menschen von Gott als Vater?

Von Gott und mit ihm zu sprechen, ist nicht leicht. Man kann Gott nicht sehen, es gibt kein Bild von ihm. Viele Menschen machen Erfahrungen mit Gott. Manche spüren Schutz und Stärke bei Gott. Andere fühlen sich von Gott verlassen. Manche vertrauen Gott in allen Dingen. Andere fürchten, er beobachtet oder straft vielleicht sogar. Viele sagen, Gott ist größer als alles, was ein Mensch denken kann. Jeder hat ein eigenes Bild von Gott. Es passt zum eigenen Leben und stückweise auch zu Gott.

Mit Bildern beschreiben, wie wir Gott erleben

In Bildern lässt sich von Gott sprechen. Die Menschen sagen, Gott ist wie ... Die Geschichten der Bibel nutzen vielfältige Bilder von Gott. Von Licht und Burg singen die Beter in den Psalmen. Jesus erzählt: „Gott ist wie ein gütiger Vater.“ Er sagt: „Wenn ihr mit Gott redet, dürft ihr Vater sagen.“ Im „Vater unser“ zeigt Jesus, wie man es machen kann. Wenn das Vaterbild zum eigenen Leben passt, dann ist es gut, zwei Väter zu haben.

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