Herz für die Gemeindearbeit

Die Arbeit mit Kindern ist nach wie vor ein wichtiger Teil ihrer Arbeit: hier bei der Kinderbibelwoche im Evangelischen Gymnasium Neuruppin. Foto: Susanne Liedtke

 

 

Erste Station: Neuruppin
Roswitha Döring leitet die Regionalakademie im Kirchenkreis Wittstock-Ruppin. In diesem Jahr ist sie 25 Jahre dabei. Im Rahmen der "die Kirche unterwegs"-Tour stattete Susanne Liedtke ihr einen Besuch ab.

Die Dienstzeit der vier Superintendenten, mit denen sie bereits zusammenarbeitete, kann sie sich gut nach den wichtigsten Lebensdaten ihrer fünf Kinder merken. Ihr derzeitiger „Chef“, wie sie ihn nennt, ist ­Matthias Puppe. Als dieser seine Stelle als ­Superintendent im ­Kirchenkreis Wittstock-Ruppin antrat, war ihre jüngste Tochter gerade zehn geworden. Das war 2011.

25 Jahre ist Roswitha Döring (58) schon für die Menschen in den Städten und Dörfern um Neuruppin, Wittstock und Rheinsberg tätig – als ­Gemeindepädagogin und seit 2008 auch als Leiterin der Regionalakademie des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin.

Viele Jahre bereitete sie ihre ­Arbeit zu Hause im Wohnzimmer vor – meist eines der Kinder spielend zu ihren Füßen. 2010 bekam sie ein ­eigenes Büro in der Neuruppiner ­Innenstadt. Hier entstehen nun die Angebote und Projekte, die sie ­gemeinsam mit ihrem Kollegen ­Thomas Klemm-Wollny für Ehrenamtliche und Hauptamtliche im ­ganzen Kirchenkreis entwickelt.

Die Themen sind vielfältig: Von der Ausbildung für Lektorinnen und Lektoren über Weiterbildungen zur neuen Datenschutzverordnung bis zu vollständigen Vorlagen für die ­Gestaltung von Frauenkreisen, die Roswitha Döring den Leiterinnen an die Hand gibt.

Zur Landesgartenschau in Wittstock schulten die ­beiden Kollegen Kirchenführer und konzipierten die Ausstellung „Florale Elemente“. In Neuruppin organisierten sie eine Kirchen-Radtour auf ­Fontanes Spuren. Zwar gibt es seit diesem Sommer auch einen kleinen Schulungsraum neben ihrem Büro, meist ist Roswitha Döring jedoch selbst ­unterwegs zu den Gemeinden. Der ­Kirchenkreis ist groß: Knapp 2000 Kilometer war sie allein im vergangenen Quartal auf Achse.

Die Regionalakademie trägt ihre Handschrift. Zur Gründung im Jahre 2008 bekam sie vom damaligen ­Superintendent Hans-Joachim Lohmann freie Hand. „Mach mal!“, habe es geheißen, erinnert sie sich. Diese Verantwortung übertragen zu bekommen, auch ohne Pfarrerin zu sein, freute sie sehr.

Dabei hätte Roswitha Döring gern Theologie studiert, aber als Pfarrerstochter zu DDR-Zeiten blieb ihr das Abitur verwehrt. So machte sie erst eine Ausbildung zur Krankenschwester und später zur Katechetin – die höchste theologische Ausbildung, die ihr damals möglich war. Die gebürtige Sächsin wuchs in Mecklenburg auf und kam1994 in die Ostprignitz, wo sie ihren Dienst als Gemeindepädagogin (FS) begann. Kurz ­darauf wechselte sie ins Ruppiner Land. Zahlreiche Fortbildungen und Qualifikationen hat sie seither selbst absolviert, auch als Prädikantin. ­„Bibeltexte zu zerpflücken, macht mir bis heute sehr viel Spaß“, sagt Roswitha Döring.

Die Leiterin der Regionalakademie ist außerdem Kreiskatechetin und Mitglied im Kreiskirchenrat. Eine große Strukturreform des Kirchenkreises vor zehn Jahren, deren Säulen unter anderem heute vier Gesamt­kirchengemeinden und die Arbeit in Teams bilden, begleitete und unterstützte sie von Anfang an. Einen ­Vorteil sieht sie in den flachen Hierarchien: „Dadurch leben wir eine Dienstgemeinschaft auf Augenhöhe.“

die Kirche unterwegs. Das Tagebuch

Nun ist alles gepackt und verstaut. Es kann losgehen! In den nächsten dreieinhalb Wochen werde ich als „rollende Reporterin“ für die Kirchenzeitung unterwegs sein und über Menschen und Aktivitäten in den Kirchengemeinden in den nördlichsten Bereichen unserer Landeskirche berichten. Bett und Büro sind dann mein „Qek Aero“ – Baujahr 1987, mit dem ich schon einige Touren gemeistert habe. Nur mit dem Rückwärtsschieben hapert es, sagen meine großen Söhne. Daher hoffe ich auf meist gerade – aber immer erlebnisreiche – Wege, die mich von der Prignitz durch die Kirchenkreise Wittstock-Ruppin, Oberes ­Havelland, Barnim und Uckermark führen werden. Im Gepäck habe ich nicht nur Gaskocher und Computer, sondern vor allem viel Zeit für spannende Begegnungen und interessante ­­Eindrücke. Mehr dazu in den Ausgaben der nächsten ­Wochen und auf der Facebook-Seite der Kirchenzeitung.

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Kommentar von Wolfgang Banse |

Die Evangelische Wochenzeitung:die kirche on Tour. Landschaften, Menschen vor Ort zu begegnen, mit ihnen zu leben, Anteil nehmen an Freud und Leid. Dies stände auch dem noch amtierenden Bischof, dem designierten Bischof Stäblein den Generalsuperintendentinnen gut.Die Tour ist auch ein Stück Öffentlichkeitsarbeit der evangelischen Wochenzeitung:die kirche.Viele wissen es nicht, dass es neben der weltlichen Presse es auch eine kirchliche Zeitung wie es die evangelische Wochenzeitung: die kirche gibt.

Kommentar von Michael Knöfel |

Es ist schön zu lesen, dass es Leute gibt, die nicht an ihrem Stuhl festkleben, und wo der Gartenzaun zu hoch ist, als das man darüber hinaus blicken könnte. In den Dörfern haben viele das Gefühl, Kirche ist hier nur noch eine Art "Notversorgung". Ab und zu passiert mal was, aber meistens eigentlich gar nichts.. Es müsste viel mehr Mitarbeiter (INNEN) geben, die über Land ziehen. Wenn Paulus immer an einem Fleck gewirkt hätte, wäre seine Botschaft wohl kaum weiter getragen worden.
Michael Knöfel Hohenreinkendorf (UM)