Gottes Denkmäler

Tag des offenen Denkmals
Dorfkirche Groß Werzin: Diesen schönen Fachwerkbau kann man am Sonntag besuchen. Foto: Kirchenkreis Prignitz

 


Zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag sind viele Kirchen und Kapellen in der EKBO geöffnet.

Von Uli Schulte Döinghaus

Meist sind die brandenburgischen Kirchen und Kirchlein, die Sie auf dieser Seite sehen, für das Publikum geschlossen. Es sei denn, dass gelegentlich Gottesdienste stattfinden, Andachten oder fest­liche Konzerte. Aber diese Anlässe werden immer seltener. Eine Ausnahme bildet der kommende Sonntag, 10. September, wenn zahlreiche Dorfkirchen, Kapellen, Gotteshäuser in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz geöffnet sind. Dann ist in ganz Deutschland „Tag des offenen Denkmals“ und 7500 Objekte in rund 2500 Städten und Gemeinden öffnen ihre Türen, die fürs allgemeine Publikum sonst meist geschlossen sind.

Das offizielle Motto des Denkmalschutztages 2017 ist „Macht und Pracht“. Veranstalterin ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich bundesweit und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale aller Art ein. Allein in der Prignitz sind 160 denkmalgeschützte Kirchen, Dorfkirchlein und Kapellen an diesem Tag geöffnet. Dort verbindet der Kirchenkreis Prignitz den Tag des „offenen Denkmals“ mit dem reformatorischen „Langen Tag der Freiheit“, den die EKBO für den 10. September ausgerufen hat. Überall sind die Besichtigungsmöglichkeiten – meist zwischen 10 und 18 Uhr – umrahmt von interessanten Programmen, Gottesdiensten, Konzerten, Diskussionen, Lesungen und Vorträgen.

Einen Überblick über die Kirchen und kirchlichen Gebäude, die am Samstag und Sonntag in Berlin zugänglich sind, finden Sie in dieser Ausgabe auf der Seite 13. Auf der Internetseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gibt es die Möglichkeit, einzelne Städte und Regionen in Berlin, Brandenburg und Sachsen mit ihren denkmalgeschützten Gotteshäusern und Kapellen auf einer digitalen Karte aufzurufen, aber auch weltliche Denkmäler, die einst für „Macht und Pracht“ standen. Zum Beispiel gibt es in der Görlitzer Auferstehungskirche von 14–16 Uhr Erläuterungen zur Kanzelrestaurierung durch die Restauratorin Annett Kretschmer. Um 15 Uhr stehen Vorführung zu Vergoldungsarbeiten auf dem Programm.

Ziel ist es, die Mühen darzustellen, die professionelle Denkmalschützer wie engagierte Laien auf sich nehmen, um die Kleinodien in ihren Dörfern zu schützen und zu erhalten. Viele Kirchlein und Kapellen könnten nicht denkmalpflegerisch saniert werden, wenn sich nicht Fördervereine einfallsreich kümmern würden, die mit den Dorfgemeinschaften und Kirchengemeinderäten eng zusammenarbeiten. Wer beispielhaft mehr über die segensreiche Arbeit dieser aktiven Institutionen erfahren will, kann sich zum Beispiel ins brandenburgische Darsikow begeben (zwischen Kyritz und Rheinsberg). Dort informiert der Verein Kleine Kirche Darsikow zwischen 10 und 18 Uhr über Sanierung, Förderung, Geschichte und Nutzung des sehenswerten Kirchleins.

www.denkmalschutz.de

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