Freude, Trost und Zuversicht

Babelsberg Posaunenchor
Foto: Posaunendienst Babelsberg

 

Der 132-jährige Posaunenchor Babelsberg wurde mit der Pro-Musica-Plakette geehrt.

Von Klaus Büstrin

Große Freude herrscht bei den Mitgliedern des Posaunenchores Babelsberg. Das Ensemble, das zur evangelischen Kirchengemeinde Potsdam-Babelsberg gehört, wurde mit der renommierten Pro-Musica-Plakette ausgezeichnet. Bundespräsident Heinrich Lübke stiftete 1968 erstmals die Plakette, die an erfolgreiche Musikvereinigungen verliehen werden, die 100 Jahre und mehr bestehen. Auch heute noch wird damit die bedeutende Arbeit von Laienensembles gewürdigt.

Den Posaunenchor Babelsberg gibt es seit 132 Jahren. Er gehört zu den ältesten bestehenden Musik­ensembles Potsdams. 1885 wurde er vom Männer- und Jünglingsverein Nowawes gegründet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, so dass er, wie es in der Chorchronik heißt, bei „Kirch- und Familienfeiern weit und breit begehrt“ war.

Im ersten Weltkrieg musste die Arbeit unterbrochen werden, denn Musiker wurden als Soldaten eingezogen und kamen teilweise nicht mehr wieder. Erst 1925 hat sich der Posaunenchor wieder neu aufgestellt. Auch der Zweite Weltkrieg zwang zu einer Unterbrechung der musikalischen Arbeit.

Doch gleich nach Kriegsende holten die Babelsberger Bläser ihre Instrumente aus der Ecke, trafen sich zu Proben und musizierten vorrangig in Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen. 1950 zählte der Posaunenchor bereits 23 Mitglieder.

Heute trägt Henning Melms die musikalische Verantwortung für den Chor. Traditionell gestalten die 25 Bläser Gottesdienste in ihrer Kirchengemeinde Babelsberg mit, sind aber auch gern gesehene musikalische Gäste bei den verschiedenen Veranstaltungen in der Landeshauptstadt und darüber hinaus. Beliebt ist das jährliche Blasen zur Adventszeit auf dem Turm des Babelsberger Rathauses. Dann verweilen viele Passanten auf dem Gehweg und lauschen den adventlichen Posaunenklängen.

Mit Benefizkonzerten haben sich die Mitglieder immer wieder für den Wiederaufbau, die Sanierung und für Reparaturen von und an sakralen Bauten eingesetzt, so für die Friedrichskirche in Babelsberg, die ihre geistlich-musikalische Heimat ist, für die Alte Neuendorfer Kirche, die vor wenigen Jahren aus Ruinen wieder erstanden ist, für die Gotteshäuser in Caputh, Seeburg oder Wildenbruch. Zwischen 30 und 40 Veranstaltungen und Konzerte musiziert der Posaunenchor Babelsberg im Jahr.

Das Kernfach ist natürlich die Choralmusik. Bei ihrem Klang kommen den Menschen ganz automatisch die zugehörigen biblischen Textstellen in den Kopf. Und wer Bibel- und Gesangbuchtexte nicht kennt, spürt doch, worum es geht: Freude und Trost, Zuversicht und Geborgenheit. Auch anspruchsvolle konzertante Werke werden gern einstudiert und zum Besten gegeben – mit klanglicher Qualität und warmherzigem Engagement.

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