Der Nolli, wie man ihn braucht

Carsten Voss war selbst obdachlos und führt heute Besucher über die Plätze, auf denen er damals gelebt hat. Foto: Nicola Erdmann

Von Nicola Erdmann

Am Viktoria-Luise-Platz in Berlin-Schöneberg lag Carsten Voss oft in der Sonne. Von seiner schicken Wohnung war es nicht weit bis zu dem idyllischen Park mit dem netten Brunnen, wie „sein kleiner Garten“ sei der Platz für ihn gewesen, erzählt der 54-Jährige. Später lag er hier nicht mehr in der Sonne, später saß Carsten Voss auf einer der Bänke, im Schatten. Er wollte dann nicht mehr in die Sonne, als wäre die nur für die Menschen da, die auch im Leben auf der Sonnenseite stehen.

Auf den Bänken im Schatten, da sitzen die Obdachlosen, die wissen, dass die Damen, die rund um den Platz wohnen, immer mal wieder runterkommen, mit einer Decke, einem Getränk. Carsten Voss weiß das jetzt auch, denn er war er einer von ihnen. Obdachlos. Er, vorher Teil des Führungsteams der Modemesse „Bread and Butter“, er, der um die Welt reiste und 90 Stunden die Woche arbeitete – er saß plötzlich auf der Schattenseite des Viktoria-Luise-Platzes.

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