Margot Käßmanns Sommerkolumne aus Wittenberg

Margot Käßmanns Sommerkolumne aus Wittenberg

Post aus Wittenberg von von Margot Käßmann

Meine Freundin war völlig überrascht, als ich sie einlud, mitzukommen zur Weltausstellung Reformation: Der ICE vom Berliner Hauptbahnhof braucht nach Lutherstadt Wittenberg nur 40 Minuten und fährt jede Stunde! Da gibt es in diesem Reformationssommer so viel zu entdecken, gerade auch mit Blick auf Kultur. 

Zuerst findet sich auf dem Weg vom Bahnhof in die Innenstadt das Panorama von Yadegar Asisi. Auf anrührende Weise hat der Künstler ein Rundbild von Wittenberg im Jahr 1517 geschaffen, auf dem Luther viermal zu sehen ist. In 20 Minuten erleben wir die Stadt mit ihren Geräuschen und Szenen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Ich war schon fünfmal dort und werde bestimmt noch mehrfach hingehen.

„Luther und die Avantgarde“ heißt eine Ausstellung im ehemaligen Gefängnis von Wittenberg. Da gibt es Installationen, Gemälde, Skulpturen, die sich mit dem Reformator und dem Thema Freiheit auseinandersetzen. Vieles fasziniert mich. Im dritten Stock des Gefängnisses gibt es eine Lutherskulptur des Künstlers Markus Lüpertz. Luther ist einarmig, sehr bunt und beobachtet das ganze Stockwerk. Ein Hinweis darauf, dass er selbst Mängel hatte und gleichzeitig von vielen für vieles benutzt wurde? Diese Ausstellung verlasse ich ­immer wieder mit neuen Denkanstößen.

Im Lutherhaus selbst ist die nationale Sonderausstellung „Luther! 95 Schätze – 95 Menschen“ zu sehen. Mich beeindruckt, wie unterschiedliche Menschen von Luther beeinflusst waren, Astrid Lindgren etwa oder auch Karl May. In einem Rundgang ist das alles kaum zu erfassen und ich blättere derzeit abends oft und gern im Katalog.

Schließlich sind die Konzerte eine Attraktion, auch Wittenbergerinnen und Wittenberger kommen sehr gern. Am 27. Juli abends, am Tag, wenn diese Ausgabe der Kirchenzeitung erscheint, kommt Konstantin Wecker auf die Wiese hinter der Schlosskirche. Er wird Friedenslieder singen und ich werde dazu Texte von Pazifistinnen und Pazifisten lesen. Am 30. Juli kommen Silly, die Deutsch-Rocker mit Sängerin Anna Loos. Judy Bailey ist am 10. August da. Einen Tag später spielen die Prinzen in Originalbesetzung. Ich freu mich drauf. Sie sind herzlich eingeladen!<

Tagesticket: 19 Euro (inkl. Asisi Panorama, Riesenrad, Ausstellungen, Konzerte), weitere Informationen unter: https://r2017.org/

 

Vom Teufel gezeugt?

Vom Teufel gezeugt?

Marienkäfer Birgit mit Mutter. Faschingsfeier für behinderte Kinder und Jugendliche des Vereins „Eltern helfen Eltern Berlin-Brandenburg“ in der Kirchengemeinde St. Petri-St. Marien in Berlin (Aufnahme von 2012). Foto: epd

Sie seien Geschöpfe, die dem Teufel zuzurechnen sind. Gar von ihm gezeugt wurden. Dieses Bild hatte und vermittelte Martin Luther von Menschen mit Behinderung. Dem Fürsten von Anhalt soll er sogar geraten haben, ein behindertes Kind zu ertränken. Wurzelt diese Einstellung im Aberglauben des Mittelalters? Und wie wird das Thema Behinderung eigentlich in der Bibel behandelt? Mit diesen Fragen setzt sich Jeanne Nicklas-Faust, Bundesvorsitzende von „Lebenshilfe e.V.“ auseinander.

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Wem gehört die Welt?

Wem gehört die Welt?

Die Klasse 2 der Evangelischen Grundschule Rauen zeigt ihre Collage „Flucht nach Ägypten“. Im Hintergrund leuchtet das Porträt Luthers, angefertigt von 200 Schülern des Johanniter-Gymnasiums Johanniter Wriezen. Foto: Andrea von Fournier

Im Rahmen des Schülerwettbewerbs „Suchet, so werdet ihr finden – Wie geht das Leben?“ beschäftigten sich über 500 Schüler mit der Heiligen Schrift. Mit Fragen wie „Wem gehört die Welt?“ und „Wer möchte ich sein?“ prüften sie die Bibel auf ihre Alltagstauglichkeit. Heraus kam von Collagen über Spiele bis hin zu Gedichten alles, was der kreative Kopf zu bieten hat. Das Abschlussfest mit Siegerehrung und Ausstellung der Ergebnisse fand im Dom St. Marien in Fürstenwalde statt. Andrea von Fournier war dabei. 

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Glaube hat mit Aufbruch zu tun

Glaube hat mit Aufbruch zu tun

Foto: epd

Am 23. Juli ist Weltpilgertag. Ein wenig früher, nämlich zwischen Johannistag, dem Fest der Geburt des Täufers Johannes, und dem Fest Peter und Paul wandern jedes Jahr Menschen auf dem Deutsch-Polnischen Ökumenischen Pilgerweg zwischen Magdeburg und Gnesen. Um Völker und Konfessionen zu verbinden. Ein Artikle von Gunnar Lammert-Türk.

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Die Experten in den Schulen

Die Experten in den Schulen

Foto: privat

Die Ferien beginnen, auch für die Religionslehrer in Berlin und Brandenburg – die Religionsexperten in Schulen und Gemeinden. Einige von ihnen haben an der Evangelischen Hochschule Berlin Religions- oder Gemeindepädagogik studiert. Andrea von Fournier sprach mit fünf Frauen aus Berlin und Brandenburg darüber, welche Möglichkeiten das Studium für sie geboten hat, über ihre Motivation, beruflich im Bereich der Religions- und Gemeindepädagogik zu arbeiten und was sie in den ­Sommerferien erwartet.

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